4.-11. Oktober 2019 Trainingslager Mallorca

Trainingslager Mallorca 

Unsere Sportler aus Groß-Gerau und Darmstadt Leonie Ohl, Valerie und Leonie Imhof, Eugenia, Floris, Christopher und Florian begleitet von Cheftrainer Philipp und Co. Trainer Michi und Karel sowie Betreuerin Karina starteten sehr früh ihren Flug nach Palma de Mallorca. Um 4:45 ging es mit Condor Richtung Balearen auf die schönste Insel der Radprofis.

Phillips perfekt organisierte Reise war noch kurz zuvor abgesagt worden, da der Veranstalter Thomas Cook Insolvenz angemeldet hatte. Glücklicherweise konnte durch eine noch mögliche Stornierung und Neubuchung die Reise im letzten Augenblick angetreten werden.

In Can Picafort an der Nord-Ost-Küste angekommen, wurden bereits nach kurzem Check In die Rennräder in Empfang genommen. Die erste lockere Ausfahrt des Tages konnte mit 53 km sofort gestartet werden.

Die jungen Sportler kamen mit gemischten Gefühlen auf die beliebteste deutsche Urlaubsinsel, da Philipps Anspruch immer sehr hoch ist und die körperliche tägliche Belastung auf dem Rennrad schwer einzuschätzen war. Jedoch waren alle negativen Gedanken verflogen, nach dem das tolle Wetter mit 26 Grad Celcius und die Schönheit der Insel alle ergriffen hatte.

Auch das vier Sterne Hotel Ferrer Janeiro ließ keine Wünsche offen. Phillip hatte sehr bewusst den eingegliederten SPA Bereich des Hotels mit zehn Stationen Wassermassage, Sauna, Hamam, kneippsche Wasserbäder, mehreren Swimmingpools ausgewählt um nach anstrengenden Tagesetappen die Regeneration der ehrgeizigen Radfahrer zu unterstützen. Auch im Hotelrestaurant wurden alle Wünsche erfüllt. Morgens und abends waren die Speisen auf die Bedürfnisse der Sportler mit viel kohlenhydrat- und vitaminreicher Kost abgestimmt, erweitert durch viele regionale spanische Spezialitäten wie Paella, tarta de almendra, Serranoschinken und spanische Käsedelikatessen.

Nach dem ersten Ankunftstag wurde die hessische Gruppe um „special guest“ Dirk Kujat ergänzt und die erste große Tour mit 120 km in 4,5 h Richtung Südost (Santa Margalida Tour) bewältigt. Dirk konnte mit seinem ortskundigen Wissen durch jahrelange Reisen zum Erholen & Arbeiten zwei Tage lang die Speedskater auf den Ausfahrten unterstützen.

Am darauffolgenden Sonntag wurde das erste Highlight, die 116 km Passage mit einer ersten Bergetappe bei Inca und leicht erhöhter Durchschnittsgeschwindigkeit von 27,4 km/h gesteigert. Nach Aufteilung in zwei Gruppen konnte mit Valerie, Christopher, Karel, Dirk und Philipp der erste knackige Anstieg mit 500 hm über dem Meeresspiegel erklommen werden. Die Heimfahrt der Gesamtgruppe konnte nach einem stärkendem Mittagsimbiss angetreten werden. Die Tour führte durch malerische flache Passagen durch mallorquinische Felder mit typischen Fincas, leicht hügeligen Abschnitten und vielen Windrädern.

Nach Sonntag folgte ein Ruhetag, wobei die Erwartungen der Sportler leicht getrübt wurden. Denn Ruhetag nach Philipps straffem Trainingsprogramm bedeutete nicht, dass man sich den ganzen Tag ausruhen konnte, sondern lediglich eine weniger anstrengende Ausfahrt zu absolvieren. Und danach war der Strand immer noch verfügbar. Also hieß es ab 10:00 48 km ohne Pause Richtung Westen mit lockerer Geschwindigkeit von 26 km/h.

Der Dienstag wurde wieder ein wenig umfangreicher mit 121 km Richtung Westen zur Bergkette Serra de Tramuntana zum Coll d`Honor mit 550 hm. Die Bergspezialisten Valerie, Karel, Philipp, Christopher und Karina hatten gute Beine für diese Herausforderung. Abends traf man sich noch auf ein Getränk vor der Eventbühne, wobei Eugenia mutig der Aufforderung des Artisten folgte und sich seine schnellen Beine um den Kopf wirbeln ließ.

Am Mittwoch starteten die jungen Sportler wieder pünktlich um 9:30 und radelten mit 26km/h Richtung Süden bis nach Felantix und erreichten eine Bilanz von 100 km an diesem Tag. Kein Jammern war zu hören, in Zweierreihen war die Motivation hoch, trotz der letzten anstrengenden Tage. Lediglich das laute Plappern verschallte ganz langsam.

Am Donnerstag war eine anstrengende Bergetappe mit Coll de Femenia mit 515 hm geplant. Es ging Richtung Norden nach Pollenca zur Serra de Tramuntana mit mehren Anstiegen. Die Gruppe teilte sich in drei Klassen auf und traf sich oben auf dem höchsten Plateau zum Imbiss. Die Temperaturen fielen um 10 Grad auf der Bergkuppe mit leichtem Nieselregen und viele waren nicht auf die Kälte vorbereitet. Alle waren froh nach dem das Tal nach minutenlanger steiler Abfahrt mit vielen Kurven zu erreichen, und sich warm zu fahren.

Abends wurde eine letzte Ausfahrt zum „Hot Chocolat“ gemacht, um auf die anstrengenden Tage mit Cocktails & Smoothies anzustoßen. Die Strohhalme der Getränke ragten in den Himmel und die Wunderkerzen glühten. Das „Hot Chocolat“ ist eine Institution des heimischen Bürgermeisters in Can Picafort mit langer Familientradition, in der wir bereits Tage zuvor leckeren selbstgemachten Erdbeerkuchen auf Kosten der Jungs verspeisen durften. Dirks Empfehlung hatte sich besonders bei den Cocktails mit „extra Vitaminen“ bezahlt gemacht.

Am letzten Tag wurde fast schon sentimental die abschließende Tour mit vier Speedskatern aus Gera ordentlich aufgemischt. Die Jungs hatten uns mit ihrem leicht chaotischen Fahrstil an der Ostküste bis zu einer wunderschönen Bucht begleitet, bis Philipp sich nicht mehr zurückhalten konnte ihnen die Meinung zu sagen. Immerhin wollte jetzt keiner mehr einen Sturz riskieren nach der zurückliegenden erfolgreichen Strecke.

Und die Bilanz war fabelhaft! Alle jungen Sportler haben die Distanz von knapp 700km in acht Tagen erreicht, ohne dass jemand abgefallen ist. Und einzelne Damen wie Valerie und Leonie Ohl haben sich besonders verdient gemacht und sind über sich hinausgewachsen. Valerie hat jede Bergtour mitgemacht, großartig, und Leonie war mit 15 Jahre die jüngste Sportlerin der Truppe. Fantastisch!!!

Karina Weindorf